28. September 2016/ROS

mauritiuskirche

glocken und glockenwart

Frank Seyffer ist zuständig für die Wartung der Turmuhr, der Glocken und die Programmierung des Glockengeläuts.
Auf dem Bild erklärt er den Konfirmanden die vier Glocken im Turm.

 

Beinahe 50 Meter ragt der 1612 erbaute Kirchturm in die Höhe. 2010 musste das Fachwerk der Glockenstube völlig erneuert werden.

Vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von knapp drei Tonnen hängen dort. Sie sind auf die Töne d' fis' a' h' gestimmt und ergeben im vollen Geläut den Anfang des Chorals "Wachet auf ruft uns die Stimme".

Jede der Glocken ist mit einer Inschrift versehen und hat im Tages- und Wochenlauf sowie bei den Gottesdiensten ihre Bestimmung.

 

Die größte und schwerste d' Glocke (1444 kg, Durchmesser 134 cm) trägt die Inschrift: "Friede sei mit Euch". Sie wird als Einzelglocke während des Vaterunser-Gebets in den Gottesdiensten geläutet, um diejenigen, die den Gottesdienst nicht besuchen können, zu Einstimmen in das gemeinsame Gebet einzuladen.

An Beerdigungstagen läutet sie zusätzlich um 7 Uhr. Sie wurde 1950 neu gegossen und ist von einem umlaufenden Ornament aus Rebenzweigen und Trauben verziert.

 

Die nächst kleinere fis' Glocke (570 kg, Durchmesser 103 cm) ist die älteste unter dem Turmdach. Sie wurde bereits im Jahr 1596 gegossen bzw. 1801 umgegossen. Sie trägt unter anderem die Aufschrift "Commun Glocke", was darauf schließen lässt, dass sie in früheren Zeiten als Alarmglocke z.B. bei Feuer oder Kriegen verwendet wurde und die Dorfgemeinschaft für die Wartungskosten aufkommen musste. Sie läutet als sogenannte Betglocke und beschließt jeden Abend um 19 Uhr den Tag. Außerdem wird sie eine Stunde vor Gottesdienst und Beerdigungen geläutet. Sie ist mit einem zweireihigen Ornamentkranz geschmückt.

 

Die a' Glocke ist mit einem Kranz aus reifen Ähren verziert. Auch sie entstand 1950 und trägt die Inschrift: "Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit / 1750 - Johann Seb. Bach - 1950". Sie wird auch Christus- oder Kreuzglocke genannnt und soll mit ihrem Einzelläuten um 6 Uhr, 9 Uhr, 11 Uhr und 15 Uhr an das Karfreitagsgeschehen erinnern.

 

Die kleinste ist die h' Glocke und auch die jüngste im Bunde. Sie ist die Taufglocke und wurde nach einer Stiftung der Familie Kucher/Sorg am 19. Februar 1982 gegossen und mit der Inschrift "Wachet auf, ruft und die Stimme" versehen. Als Einzelglocke läutet sie während der Taufhandlung und während der Einsegnung der Konfirmanden.

 

Links: Betglocke. Rechts: Friede-Sei-mit-Euch.

Die Bilder wurden aufgenommen während der Sanierung des Glockenturms in 2010.

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